© Melina Moersdorf

Florian Wacker

Florian Wacker, geboren 1980 in Stuttgart, studierte Heilpädagogik und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er arbeitete in der Behindertenhilfe, der Kinder- und Jugend­psychiatrie und der Jugendhilfe. Bisherige Veröffentlichungen: Albuquerque (2014), Dahlenberger (2015), Stromland (2018) und Weiße Finsternis (2021) und Die Spur der Aale (2023) sowie die Theaterstücke Eisbachwelle (UA 2022 an der Schauburg München) und Wolfserwartungsland (UA 2018 am Schauspiel Leipzig). Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Mannheimer Stadtschreiberstipendium für Kinder- und Jugendliteratur (2017), dem Harder Literatur-Förderpreis und den Robert Gernhardt-Preis (beides 2018). Florian Wacker lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.

Auszeichnungen (Auswahl):

2018: Robert-Gernhardt-Preis
2018: Harder Literatur-Förderpreis
2017: Mannheimer Stadtschreiberstipendium für Kinder- und Jugendliteratur
2015: Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis
2015: Limburg-Preis
2013: Preisträger Schwäbischer Literaturpreis
2013: Nachwuchspreis Literaturwettbewerb Wartholz
2013: Arbeitsstipendium Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
2012: Einladung zum Treffen junger Autoren des Schauspiel Chemnitz
2011: Werkstattstipendium Jürgen Ponto-Stiftung
2010: 2. Preisträger 15. MDR-Literaturwettbewerb


Werke

2D-2H (auch größer besetzbar)
UA: Schauburg München, 24.4.2022. R: Johannes Schmid
An der Eisbachwelle in München treffen sich alle, auch Ronja, Rafik und Paula. Die Freunde haben viele Pläne für die Sommerferien, Hauptsache weg von hier. Dann bleibt Ronja plötzlich wirklich weg, und den Freunden fällt auf, dass sie nicht mal wissen, wo genau sie nach ihr suchen könnten.
Unsere städtische Gemeinschaft ist divers und vielfältig. Wer gehört dazu? Was teilen wir anderen von uns mit? Und was verheimlichen wir wem? Autor Florian Wacker begibt sich mit diesem Auftragswerk auf die Suche nach dem urbanen Lebensgefühl unserer Metropole. Wer ist mehr ein Münchner, eine Münchnerin: Der zufällig hier Geborene oder die bewusst hierher Geflüchtete? Die Eisbachwellen-Surferin oder der Schwimmer mit Isar-Card? Der berittene Polizist bei Tag oder der Taxifahrer mit Nachtschicht?
(Ankündigung der Schauburg München)
2D-2H (auch größer besetzbar)
Altersempfehlung: ab 10 Jahren.
1D-4H
UA: Schauspiel Leipzig, 23.3.2018. R: Gordon Kämmerer
Als "Wolfserwartungsland" werden Regionen bezeichnet, die für eine Wiederansiedlung des Wolfs günstige Bedingungen bieten. Eine solch strukturschwache, naturbelassene Gegend wird in Florian Wackers gleichnamigem Theaterdebüt zum Schauplatz für eine Handvoll Figuren, die schon bessere Tage gesehen haben – genau wie das abgelegene Hotel, in dem sie einander begegnen. Dem Wirt Roman ist die Anwesenheit seiner Geliebten und Angestellten Juliette, für die er den Wolf töten möchte, zum Leben genug. Juliette wiederum, die es in die Stadt zieht, nimmt es mit der Treue nicht so genau. Und Jockel, der beobachtende Dauergast, sitzt und trinkt. Die Atmosphäre des Wartens und Erwartens endet mit der Ankunft zweier Fremder: des vermeintlichen Jägers Viktor und des Spekulanten Wolf. Mit geformter Sprache, absurder Komik und surrealen Elementen wirft WOLFSERWARTUNGSLAND den Blick auf einen öden Landstrich, an dem der Wohlstand über die entfernte Schnellstraße vorbeigefahren ist und wo die Menschen, aufgrund von Perspektivlosigkeit und Desillusionierung, einander zu Wölfen werden.
1D-4H
Brennende Erde
Der dritte Fall für Greta Vogelsang. Kriminalroman
Kiepenheuer & Witsch
in Vorbereitung

Ein neuer Fall für Greta Vogelsang. Kriminalroman
Kiepenheuer & Witsch 2024
erscheint am 4.7.2024
Ein vergoldetes Steak auf einer Party in Kronberg. Ein toter Journalist zwischen dem Sperrmüll eines besetzten Hauses. Ihr zweiter Fall führt die Frankfurter Staatsanwältin Greta Vogelsang auf die Spur von illegal gehandeltem Wildfleisch und tief zurück in die eigene turbulente Vergangenheit. Bald schon steckt sie in den Ermittlungen fest, längst vergessen geglaubte Gesichter tauchen wieder auf und wecken dunkle Erinnerungen, die am Ende alles infrage stellen.

DER GOLDENE TOD, der zweite Band der neuen Krimi-Reihe von Florian Wacker, erscheint im Herbst 2024.

Der goldene Tod
Roman
Berlin Verlag 2024
Bei seinen Recherchen zum Bauhaus-nahen Stadtplanungsprogramm Neues Frankfurt kommt der New Yorker Kunsthistoriker Richard Kugelman an ein Ende der 1920er Jahre aufgenommenes Foto seiner Mutter Franziska. Fotografin ist eine gewisse Ella Burmeister. Immer tiefer taucht er während einer Reise in die Main-Metropole in ihre Lebensgeschichte ein – würde er mehr Material von dieser nach dem Krieg vergessenen Künstlerin finden, wäre seine geplante Ausstellung nicht weniger als eine Sensation. Doch was verband die beiden Frauen? Und warum hat Franziska nach ihrer Flucht in die USA 1933 nie wieder von Ella und der Zeit in Frankfurt gesprochen? Richard gerät schließlich in eine Liebesgeschichte hinein, die auch sein Leben für immer verändert.

Zebras im Schnee
Ein Fall für Greta Vogelsang. Kriminalroman
Kiepenheuer & Witsch 2023
Frankfurt im Hochsommer. Staatsanwältin Vogelsang wird während eines Bereitschaftsdienstes an den Main gerufen. Die Polizei hat eine Wasserleiche geborgen. Es handelt sich um Lars Mathissen, Zollfahnder am Frankfurter Flughafen.

Die Abteilung für Kapitalverbrechen übernimmt vorerst, doch Vogelsang lässt der Fall nicht los. Immerhin legte ihr Mathissen Hinweise auf ein Schmuggelnetzwerk vor, das von Frankfurt aus mit wertvollen Glasaalen handeln soll, und drängte sie zu Ermittlungen. Jetzt ist er tot. Und Vogelsang plagen Zweifel: Hätte sie seinen Hinweisen intensiver nachgehen müssen?

Sie beginnt, auf eigene Faust und gegen Widerstände aus den eigenen Reihen zu ermitteln, und stößt dabei tatsächlich auf Indizien, die Mathissens Verdacht zu belegen scheinen. Doch ihre Kolleg:innen bleiben skeptisch. Erst als eine zweite Leiche gefunden wird und Vogelsang selbst in die Schusslinie gerät, wird allen klar, dass das Netzwerk der Schmuggler weitaus gefährlicher, und ihre Ware heißer ist, als sie dachten.

Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse – und Vogelsang holt ein lang verdrängtes Trauma ein …

Die Spur der Aale
Roman
Berlin Verlag 2021
Zwei Freunde unterwegs im ewigen Eis, mit ihrem Leben aufeinander angewiesen – Roald Amundsen schickt sie, um Nachrichten von der Maud zu übermitteln. Doch was sie eigentlich verbindet, ist der Wettlauf um Liv, die Frau ihrer Herzen, von der sie glauben, dass sie in Tromsø mit ihren beiden Kindern auf sie wartet.
„Weiße Finsternis“ verwebt hundert Jahre nach Amundsens großer Polarexpedition den historischen Fall der beiden verschollenen Seeleute Peter Tessem und Paul Knutsen mit einer verhängnisvollen Dreiecksbeziehung und der Geschichte einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war, zu einem packenden literarischen Abenteuerroman.

Vorab ausgezeichnet mit dem Robert Gernhardt Literaturpreis

Weisse Finsternis
Roman
Berlin Verlag 2018
Iquitos am Amazonas, 1984: Irina ist gemeinsam mit ihrem Freund Hilmar auf der Suche nach ihrem Zwillingsbruder. Thomas war Teil der Filmcrew um Werner Herzog und Klaus Kinski, ist jedoch nach Abschluss der Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo“ spurlos verschwunden. Entlang der großen Flüsse reisen die beiden in den Regenwald des Amazonasbeckens und tief hinein in die Abgründe menschlicher Hoffnungen und Sehnsüchte. Auf mehreren Ebenen erzählt „Stromland“ von Verschollenen und der Suche nach dem richtigen Leben, nach unberührten Orten und neuen Wahrheiten. Dabei führt der Roman durch drei Jahrhunderte, in denen Auswanderer und Abenteurer ihre Spuren hinterlassen haben, und verknüpft Orte, Personen und Familiengeschichten über die Zeit hinweg zu einem engen Netz, in dem sich alle Figuren verfangen haben.

»Jeder, der in ›Stromland‹, wann auch immer und aus welchen Motiven auch immer, in den Dschungel aufbricht, muss sich früher oder später von der Utopie des Neubeginns verabschieden. Wie aber Florian Wacker die Bilder dieser Utopien skizziert und ausmalt, ist bemerkenswert.« ― ZEIT Online

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Stromland
Jugenbuch
Jacoby & Stuart 2015
Dahlenberger erzählt die Geschichte eines Sommers, vom Chlor auf der Haut, von salzigen Fritten und davon, wie ein paar sauber gesprungene Arschbomben tiefe Krater reißen. Nur Jan weiß, dass dieser Sommer, in dem sie alle erwachsen werden, ihr letzter gemeinsamer ist. Florian Wacker erzählt von diesem scheinbar gewöhnlichen Sommer mit solch Eindringlichkeit und Leichtigkeit, dass man die Sonne auf der Haut zu spu ren scheint. Eigentlich ist dieser Sommer wie alle vorigen auch. Heiß und sonnig. Jan und seine Freunde Hank, Klara, Jonas und Elli verbringen jede freie Minute im Freibad und üben den perfekten Sprung. Dann taucht plötzlich dieser Junge auf, macht eine tadellose Arschbombe und verschwindet. Nun ist nichts mehr wie zuvor.

Ausgezeichnet mit dem Oldenburgenburger Kinder- und Jugendliteraturpreis

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Dahlenberger
Erzählungen
Marisch Verlag 2014
Der neue Junge setzt im Freibad die genialste Arschbombe aller Zeiten ins Becken, verschwindet danach aber spurlos. Eine Eule heilt die Ängste eines Busfahrers. In Albuquerque wartet ein alter Trainer auf eine neue Hüfte. Amateurfunker Muffe wird erschlagen. Und während Budde in der Kühlhalle der Fleischfabrik arbeitet, schneit es draußen. Alle Figuren teilen das gleiche vage Gefühl: Sie haben eine Vorahnung, dass sich etwas verändern wird. Und auch wenn die meisten von ihnen einfache Leute sind, Busfahrer, Bauarbeiter, Maler, Pfleger, haben sie doch alle eine Idee davon, was es bedeutet, wirklich intensiv zu leben ― und dass es dazu notwendig sein kann, aus seinem ganz normalen Leben auszusteigen. Und so treffen sie Entscheidungen, die sie für immer beeinflussen werden. Florian Wacker erzählt klassische Kurzgeschichten, in der Tradition amerikanischer Ikonen wie William Faulkner oder Richard Yates. Auf eine direkte Art verleiht Wacker seinen Figuren eine veritable Stimme, die traurig, ernst, politisch und witzig sein kann. Das hat man so länger nicht gelesen ― und es lohnt sich sehr.

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ALBUQUERQUE
Florian Wacker (*1980) zählt zu den neuen literarischen Stimmen, die nicht nur die Kunst des Erzählens beherrschen, sondern auch über eine kraftvolle Theatersprache verfügen. Nach seinem vielfach ausgezeichneten Jugendroman DAHLENBERGER erscheint im März 2018 sein Roman STROMLAND im Berlin Verlag. Mit dem Band WOLFSERWARTUNGSLAND legt der Verlag der Autoren zeitgleich Florian Wackers Theaterdebüt vor:
Schauplatz ist eine strukturschwache, naturbelassene Gegend. Und auch die Menschen haben schon bessere Tage gesehen – genau wie das abgelegene Hotel, in dem sie einander begegnen. Dem Wirt Roman ist die Anwesenheit seiner Geliebten und Angestellten Juliette, für die er den Wolf töten möchte, zum Leben genug. Juliette wiederum, die es in die Stadt zieht, nimmt es mit der Treue nicht so genau. Und Jockel, der beobachtende Dauergast, sitzt und trinkt. Die Atmosphäre des Wartens und Erwartens endet mit der Ankunft zweier Fremder: des vermeintlichen Jägers Viktor und des Spekulanten Wolf. WOLFSERWARTUNGSLAND wirft den Blick auf einen öden Landstrich, an dem der Wohlstand über die entfernte Schnellstraße vorbeigefahren ist und wo die Menschen, aufgrund von Perspektivlosigkeit und Desillusionierung, einander zu Wölfen werden.

88 Seiten. broschiert. 8€
ISBN: 978-3-88661-387-8